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"Cvon" ist der Auftakt zum Ushovar-Zyklus. Wieder entführt Guido Krain den Leser in die Welt von "Elfenmond", doch diesmal geht es nicht ins beschauliche Nosbador, sondern mitten hinein in die Wirren des ghoshabischen Bürgerkriegs.

Cvon ist eine junge Kriegerin, die in dieser harten Welt zu überleben sucht und in einen Strudel aus Politik und Intrigen hineingezogen wird. Doch auch Freunde und Weggefärten, von denen einige auch schon in Elfenmond dabei waren, findet sie in diesem Hexenkessel des Krieges.

Der Zweite Teil, Tia-Lhor ist ebenfalls bereits erschienen und bildet, zusammen mit Cvon, eine in sich geschlossene Geschichte. Doch der Zyklus geht weiter...

 
Klappentext PDF Drucken E-Mail

Erster Teil des Ushovar-Zyklus

Cvon ist eine Frau des Krieges, die in ihrem kurzen Leben bereits genug mitgemacht hat, um jedes bißchen Naivität und Blauäugigkeit abgelegt zu haben. Im Zentrum eines chaotischen Bürgerkrieges glaubt sie nur noch an das Prinzip "Überleben" und daran, von gar nichts mehr aus der Fassung gebracht werden zu können.

Auch Kriegerinnen können irren.

Ihren Schultern wird eine Verantwortung aufgebürdet, die weit über ihr eigenes Leben und ihre eigenen Wünsche hinausgeht. Ihr werden Opfer und Entscheidungen abverlangt, die einem empfindenden Wesen unerträglich sein müssen. Und sie wird lernen, daß es einen Preis für Härte gibt, den jeder Mensch bezahlen muß.

 
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Nichts deutete darauf hin, daß seine Anwesenheit registriert worden wäre. Selbst der Hall seiner eigenen Schritte wurde von der beinahe greifbaren Stille unterschlagen. Zögerlich folgten Duice und Naginar, während Hroki in der Tür stehen blieb. Von Phalil war nichts zu sehen... Nicht, daß Loric in diesem Augenblick auch nur einen Gedanken an ihn verschwendet hätte.
Der Ork trug seine kostbare Last in die Mitte der Lichtinsel und sah sich etwas hilflos um. Wie lautlos dahingleitende Eisblöcke schien die Stille näher zu rutschen. Langsam fiel er auf die Knie und wartete quälende Momente, bis er genug Mut zusammen hatte, den Ring aus Stille zu sprengen.
"Hallo?" Seine Stimme wurde nicht zu ihm zurück geworfen, sondern versackte irgendwo in der Dunkelheit. Nichts als ein Schauer blieb zurück.
"Sie, deren Atem die Zeit und deren Wort das Schicksal ist, hört Dich, Krieger", kam es viel zu nah zurück. Der Fremde konnte nicht mehr als eine gute Armlänge von Loric entfernt in der Dunkelheit stehen. Der Ork fuhr so sehr zusammen, daß er beinahe seinen "Schatz" losgelassen hätte.
"Wer... Ihr seid ein Priester?"
"Ich bin nicht mehr als von IHR berührter Staub im Strom der Zeit, der das Glück hat, in diesem - IHREM - Hause dienen zu dürfen." Die Stimme des Priesters klang eigenartig "kalt", ohne wirklich emotionslos oder nichtmenschlich zu wirken.
"Sie braucht Hilfe!", war alles, was Loric in seiner Verzweiflung hervorbrachte. "Bitte helft ihr!"
"Sei unbesorgt, Krieger des Orkvolkes. Die Herrscherin der ewigen Schwärze hat bereits ihre gnädigen Arme nach ihr ausgestreckt... Schon bald wird sie die Leiden dieser grausamen Welt vergessen h..."
"Sie stirbt! Ihr müßt ihr helfen verdammt!!!", brüllte Loric den Priester entsetzt an. Sich während eines Festmahls am Terzianischen Hofe in das Weinglas eines Dorators zu erleichtern hätte nicht unpassender sein können. Lorics Begleiter wollten am liebsten im Erdboden versinken, doch ihm selbst war mittlerweile alles egal. Mit zwischen Zorn und Entsetzen schwankender Stimme brüllte er den in der Schwärze verborgenen Vertreter der Todesgöttin an. "Sie hat keine Zeit mehr!" Dann war lange Momente nur das hektische Atmen des Orks zu vernehmen, der sich mit bebenden Lippen bemühte, die Schwärze um sich mit seinen Augen zu durchdringen.
"Ihr vergeßt, wo Ihr seid, Ork", kam es mit Grabenskälte aus der Dunkelheit. "Ich bin..." wollte Loric zurückbrüllen, doch ein eigenartig kaltes Flüstern übertönte mühelos sein gewaltiges Organ.
"Ihr seid in den Hallen von IHR, die das Ende von allem ist. Und Ihr werdet IHR den Respekt zollen, der IHR zusteht." Der Ork spürte, wie etwas Kaltes seinen Fuß umschloß. Eine schwarze, tintenähnliche Flüssigkeit, die langsam aus dem Boden quoll und an ihm und Cvon nach oben kroch. Doch Loric war über einfache Furcht hinaus. Fasziniert stellte er fest, wie frei ein Geist sein kann, der davon ausgeht, nichts mehr zu verlieren zu haben.

 

 
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